DEUTSCHLAND – MÄRCHENLAND
Deutschland gilt vielen weltweit als Sehnsuchtsort: Demokratie, Freiheitsrechte, Sicherheit sowie hoher Lebens- und Bildungsstandard prägen das Land. Kreativität wird geschätzt, Innovationen werden umgesetzt – ein „Märchenland“ im besten Sinn.
Für MÄRCHENLAND spielt die weltberühmte Sammlung der „Kinder- und Hausmärchen“ der Brüder Grimm mit Blick auf Deutschland eine relevante Rolle. Denn die Sammlung ist nur eine Facette ihres schaffensreichen Lebens. Die Grimms waren keine esoterischen Schwärmer, sondern Universalgelehrte, die sich aktiv politisch engagierten.
Jacob Grimm trat als Abgeordneter in der Frankfurter Nationalversammlung auf und unterstützte die Gründung eines deutschen Nationalstaates mit Verfassung und Grundrechten. Auf dem Gebiet der Demokratie ist Deutschland eine junge Nation. Sichtbare parlamentarische Strukturen einer Demokratie gab es erst ab 1919 nach Ausrufung der Weimarer Republik.
Deutschlands Kreativität und Struktur zeigten sich in vielen anderen Bereichen, wie im Schaffen Hildegard von Bingens, in Johann Sebastian Bachs Musik, Immanuel Kants Philosophie und Albrecht Dürers Kunst. Auch Johann Wolfgang Goethe, Hannah Arendt und Martin Luther stehen für prägendes Denken und Schreiben. Johannes Gutenberg revolutionierte mit dem Buchdruck die Verbreitung von Wissen.
In Wissenschaft und Medizin setzten Deutsche Maßstäbe: Albert Einstein prägte mit der Relativitätstheorie die Physik, Max Planck begründete die Quantentheorie. Robert Koch und Paul Ehrlich stehen für Durchbrüche in Mikrobiologie und Immunologie, Alexander von Humboldt für einen globalen Blick auf Natur und Klima. In der Wirtschaft zeigte sich derselbe Gestaltungswille: Werner von Siemens steht für Elektrotechnik, Carl Benz und Gottlieb Daimler für den Beginn des Automobils, Robert Bosch für Ingenieurskunst in der Industrie. Jüngere Beispiele sind die SAP-Gründer, deren Software Unternehmensprozesse weltweit prägt.
In diesem Sinne möchte ich mich beim diesjährigen Online-Symposium mit Menschen unterhalten, die Deutschland heute und morgen aktiv mitgestalten wollen.
LEIB UND SEELE
Märchen sind weit mehr als harmlose Kindergeschichten – sie spiegeln seelische Entwicklungsprozesse, Ängste, Wünsche und Tabus wider. Ob „Dornröschen“, „Rapunzel“ oder „Hänsel und Gretel“ – in vielen Erzählungen geht es um das Erwachsenwerden, um die Auseinandersetzung mit dem Bösen und die symbolische Bewältigung innerer Krisen. Auch Themen wie unterdrückte Sexualität oder unerfüllter Kinderwunsch klingen immer wieder an. Ein großer Schatz liegt im heidnischen Erbe, das in Märchen weiterlebt. Altes Natur- und Pflanzenwissen, über Generationen überliefert, findet sich in Zaubertränken, heilenden Kräutern und Wundermitteln: Das geheimnisvolle „Wasser des Lebens“ heilt Sterbenskranke, Krautblätter lassen Eselsohren wachsen, oder verschwinden. Der Wolf frisst Kreide, um seine Stimme zu verändern. Diese Motive verweisen auf vormedizinisches Wissen, das eng mit Naturbeobachtung, Ritualen und magischem Denken verbunden war.
Besonders Frauenfiguren wie Kräuterweiber, Feen oder Hexen verkörpern dieses heidnische Heilwissen. Sie verstehen die Kräfte der Natur und nutzen sie, um zu heilen oder zu verwandeln. Auch Rapunzels Namensgeberin, die in einem Zaubergarten lebt, bewahrt dieses uralte, intuitive Wissen.
Märchen erzählen vieles von Leib und Seele in Krankheit und Gesundheit, lange bevor dieses Wissen seinen Weg in die volkskundlichen, medizinischen oder psychologischen Handbücher gefunden hat. Märchen erzählen von Wunden und Wundern, von Verwandlungen und Genesung. Sie sind Spiegel seelischer Entwicklung – und zugleich Träger eines natürlichen, magischen Weltverständnisses, das lange vor der Schrift existierte. Sie bewahren die Essenz eines uralten Wissens um Körper, Seele und Naturkräfte.
HINDERNISSE UND
WAHRE STÄRKE
Mit dem diesjährigen Symposium sind wir Erfolgsgeschichten auf der Spur. Wir möchten die Lebensgeschichten prominenter Menschen erzählen, die ihr Leben und Ihren Beruf selbstbestimmt meistern. Silke Fischer führt in ihrem vielschichtigen Gesprächsformat Persönlichkeiten aus unterschiedlichen Fachgebieten zusammen, um das Thema aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten.

Prof. Yu Zhang Unternehmerin, China-Expertin und Kunstförderin
MÄRCHEN TRIFFT KI
Wird ein Märchen wahr, oder gestaltet sich ein Albtraum für die Menschheit? Die Künstliche Intelligenz (KI) ist in nahezu allen Bereichen des Lebens angekommen und beeinflusst zunehmend unser Leben. Silke Fischer führt in ihrem vielschichtigen Gesprächsformat Persönlichkeiten aus unterschiedlichen Fachgebieten zusammen, um das Thema aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten.
DER WELTENBAUM – DIE KOSMISCHE ORDNUNG
Begleitend zum Leitgedanken der 35. BERLINER MÄRCHENTAGE beschäftigten wir uns mit dem Thema „DER WELTENBAUM: DIE KOSMISCHE ORDNUNG – VON MÄRCHEN BIS FANTASY“. Das Konzept des Weltenbaums, auch bekannt als Baum des Lebens oder Herzbaum, bietet einen ganzheitlichen Blick auf die Beschaffenheit unseres Universums. Dieser archetypische Baum symbolisiert die Verbindung und Interdependenz der verschiedenen Ebenen unserer Existenz – vom Irdischen bis hin zum Göttlichen, vom Weltlichen bis hin zum Fantastischen.
Silke Fischer führte in ihrem vielschichtigen Gesprächsformat Persönlichkeiten aus unterschiedlichen Fachgebieten zusammen, um dieses Thema aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten.
STREIT UND VERSÖHNUNG
Begleitend zum Leitgedanken der 34. BERLINER MÄRCHENTAGE beschäftigten wir uns mit dem Thema „Streit und Versöhnung“.
Existiert aktuell eine Streitkultur? Gibt es noch den lustvollen Streit, der Spaß macht und beiderseitig Erkenntnisse bringt? Wie funktionieren friedliche Auseinandersetzungen? Ist es möglich, leidenschaftlich zu streiten und dennoch respektvoll miteinander umzugehen? Kann man eine „falsche“ Meinung haben, oder hat man einfach nur eine „andere“? Definiert sich Demokratie durch die Freiheit, einen Streitgegenstand aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten zu dürfen, um Konsens zu erlangen? Wenn sich zwei streiten, freut sich der dritte?
ABSCHIED UND WIEDERKEHR
Begleitend zum Leitgedanken der 33. BERLINER MÄRCHENTAGE beschäftigten wir uns mit dem Thema „Abschied und Wiederkehr“. Drei Vorträge widmen sich den Märchen und Sagen. Es geht um Leben und Tod in den Grimmschen Märchen, um das zyklische und das lineare Weltverständnis im internationalen Märchenschatz sowie um Untote in deutschsprachigen Sagen. Ein weiteres Themengebiet hat die reale Menschheitsgeschichte im Fokus. Wir gehen der Frage nach, ob Menschlichkeit in Kriegszeiten möglich ist, und dürfen an der Geschichte einer jüdischen Kinderbuchkünstlerin mit spätem Happyend teilhaben.
Das Thema „Abschied und Wiederkehr“ spiegelt sich häufig in der Kunst wider. Wir folgen einer zeitgenössischen musikalischen Schöpfung und reflektieren darüber, was uns versunkene Kulturen und gehobene Schätze erzählen und wie diese Funde heute einzuordnen sind.
Ein wichtiger Platz wird dem Sterben gewidmet. Wir beschäftigen uns mit Nahtoderfahrungen und mit den unterschiedlichsten Arten der Sterbebegleitung sowie mit dem Thema Sterbehilfe. Der Wald wird das „Kleid der Erde“genannt, wir nähern uns diesem essenziellen Thema aus theologischer Sicht.





































